Das Konzept

Die einzelnen Segmente
Folgende Segmente des Gesundheitsnetzwerkes lassen sich definieren:

01 M Medizin

Koordination:

Für ein Gesundheitsnetzwerk ist eine gute medizinische Versorgung unverzichtbar. Die gegenwärtige Situation zeigt einige Schwächen auf, insbesondere im Bereich hausärztliche Versorgung und ambulanter kindermedizinischer Kompetenz. Durch eine Kontaktaufnahme mit den entsprechenden Institutionen, insbesondere der Landesärztekammer und der kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, soll eine Verbesserung auf diesem Gebiet initiiert werden.

Der zahnmedizinische Bereich leistet ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung. Er scheint nach den zurzeit vorliegenden Informationen gesichert zu sein. Ergänzt werden müsste das Angebot um einen mobilen zahnärztlichen Dienst, wie er beispielsweise in der Uckermark etabliert ist.

Für die klinische Versorgung sind in der Nähe der Gemeinde Oberkrämer zwei Kliniken zuständig, nämlich in Hennigsdorf und Oranienburg. Eine gute Kommunikation mit diesen Kliniken ist deshalb erforderlich.

Die große Bedeutung der Apotheken für die Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten ist evident. Daher leisten auch sie einen wichtigen Beitrag für das Gesamtsystem. Insbesondere die Frage, wie auch Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, insbesondere der Mobilität und der Kondition, ohne Verzögerung zu ihren Medikamenten kommen, muss Beachtung finden.

Innerhalb dieses Segmentes ergeben sich unter anderem folgende Aufgaben:

1.) ambulante medizinische Versorgung, insbesondere

  • hausärztliche Versorgung (Allgemeinmedizin / Innere Medizin)
  • Kindermedizin

2.) stationäre medizinische Versorgung, insbesondere

  • Geriatrie

3.) zahnärztliche Versorgung
4.) Versorgung mit Arzneimitteln

Aktuelle Projekte des Segment 01 M Medizin:

Projekt Hitzeschutz

Die globale Erwärmung führt zunehmend öfter zu Hitzeperioden.

Diese belasten alle Menschen und sind insbesondere für ganz junge und ganz alte Mitbewohner im Extremfall lebensbedrohend.

Das Projekt Hitzeschutz umfasst im gegenwärtigen Planungsstadium folgende angestrebte Maßnahmen:

1.)Informationsblätter für die Bevölkerung
2.) Öffnung von Gebäuden mit einem kühleren Klima, zum Beispiel

  • Kirchen
  • Supermärkte mit Klimaanlagen

3.) Aufstellung von Trinkbrunnen zur Wasserversorgung
4.) Aufstellung von Bänken im Schatten (in Kooperation mit Segment 6)

Projekt Impfschutz

Impfungen können schweren Krankheiten vorbeugen, den Betroffenen großes Leiden ersparen und sie bei bestimmten Krankheiten vor tödlichen Komplikationen schützen.

Unsere Information zum Thema beruhen auf den jeweils aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die in Deutschland von der ständigen Kommission (STIKO) des Robert-Koch-Institutes (RKI) publiziert werden. Folgende konkrete Maßnahmen sind geplant:

  • Informationsblätter zu den einzelnen Impfungen, orientiert an dem jeweils vorliegenden Lebensalter.
  • Individuelle Informationsmöglichkeiten über unser Gesundheit-Information-Telefon (GITO).
  • Informationen zu konkreten Ansprechpartnern (Ärzte, Apotheken), die Impf-Termine anbieten.

Die Informationen sollen jährlich aktualisiert den Mitbewohnern über geeignete Verbreitungswege (Merkblätter, Homepage des Gesundheitsnetzwerkes) zur Verfügung gestellt werden.

Projekt 1.-Hilfe-Schulung

Gesundheitsversorgung bedeutet auch eine möglichst umfassende Hilfe in akuten Situationen. Möglichst viele Mitbewohner der Gemeinde sollten deshalb 1.-Hilfe-Kenntnisse erwerben bzw. auffrischen. Es wird deshalb angestrebt, in regelmäßigen Abständen erste Hilfe Kurse anzubieten, beispielsweise auch in Schulen und Sportvereinen. Im Extremfall können so Leben gerettet werden.

Defibrillatoren

Defibrillatoren können Leben retten. Es wird deshalb angestrebt, in jedem der 7 Ortsteile mindestens einen Defibrillator zu stationieren. Zusammen mit dann in Erster Hilfe ausgebildeten Mitbewohnern kann die Notfallversorgung in unserer Gemeinde wesentlich verbessert werden.

Blutspendetermine

Blutkonserven sind in der medizinischen Versorgung, insbesondere bei Notfällen, unverzichtbar. Immer wieder gibt es Engpässe, insbesondere bei seltenen Blutgruppen. Hier kann unser solidarisches System, das auch in der Lage ist, Termine für Blutspenden zu koordinieren, wertvolle Hilfe leisten.

Verbesserte Vernetzung mit anderen Gesundheitsdienstleistern

Die Versorgung von Patienten sollte insbesondere bei komplexeren Fällen als Teamprozess verstanden werden, der außer Ärzten auch Apotheken, Pflegedienste, Therapeuten und Anbieter von Präventionsleistungen (beispielsweise Bewegungstraining, Fitness-Kurse und spezielle Sportveranstaltungen) umfasst.

Die gute Erreichbarkeit und die Kommunikation miteinander bei der Versorgung einzelner Patienten sollen auf ein neues Niveau gehoben werden.

02 U Unterstützung und Pflege

Koordination: Bernd Ostwald

Ein wichtiger Aspekt in der Gesundheitsversorgung ist die Organisation von Hilfe für Menschen mit Unterstützungsbedarf.

Der erste Schritt in diesem Zusammenhang ist eine niedrigschwellige Information über die Möglichkeiten, die für eine Unterstützung schon etabliert sind. Dies bezieht sich sowohl auf Hilfe aus der Umgebung (Nachbarschaftshilfe, Altenselbsthilfe) als auch auf professionelle Dienste. Bei erkennbaren Lücken im System sollten kreative Erweiterungen erfolgen.

Erstrebenswert für einen ersten Kontakt wäre eine zentrale Anlaufstelle, die unabhängig von Institutionen allen Bewohnern zur Verfügung steht und unkompliziert erreichbar ist. Kommunikationsmöglichkeiten: Telefon, E-Mail, Sprechstunde.

Erwartet wird eine kollegiale Zusammenarbeit aller professionellen Dienste.

Innerhalb dieses Segmentes ergeben sich unter anderem folgende Aufgaben:

  • Informationsstellen für Unterstützung und Pflege
  • ambulante Pflege
  • stationäre Pflege
  • Wohnformen mit Unterstützung (beispielsweise Betreutes Wohnen)
  • Tagespflege

Aktuelle Projekte des Segment 02 U Unterstützung + Pflege:

Gesundheits-Informations-Telefon in Oberkrämer (GITO)

Mitbewohner mit Fragen zur Gesundheitsversorgung benötigen eine zentrale Informationsmöglichkeit.

Das Gesundheit-Information-Telefon in Oberkrämer (GITO) ist rund um die Uhr erreichbar, gegebenenfalls per Anrufbeantworter. Beantwortet sollen möglichst alle Fragen im Gesundheitsnetzwerk, in der Regel durch telefonischen Rückruf. Wichtig ist die Feststellung, dass die Zuständigkeit beim akuten Gesundheitsproblemen beim Rettungsdienst liegt und GITO hier nicht kontaktiert wird.

Beratungsangebote, Betreuungsangebot und Hilfsangebote:

In der Organisation von Hilfs- und Pflegeleistungen in unserem Gesundheitssystem spielt die Beratung eine wichtige Rolle.

Die in unserem Netzwerk vorhandenen Beratungs- und Hilfsangebote zeigen sich für Außenstehende unübersichtlich. Beratung und Informationen über mögliche Hilfen werden von verschiedenen Institutionen angeboten.

Dies sind unter anderem

  • die Pflegestützpunkte nach § 7c SGB XI in Hennigsdorf und Oranienburg
  • der märkische Sozialverein.

Im Rahmen des Netzwerkes ist zwischen diesen Akteuren eine optimierte Kommunikation erforderlich, um individuelle Beratungsangebote zuzuweisen und alle Hilfsmaßnahmen bei den betroffenen Mitbürgern zu koordinieren.

Ansprechpartner und Firmen für die Beratung, Betreuung und Hilfestellung den Bereich Pflege, Behinderung und Wohnraumanpassung können über das GITO (Gesundheitstelefon Netzwerk Oberkrämer) erfragt werden.

Wohnberatung und Wohnraumanpassung

Für alle Fragen mit dem Thema Wohnen mit Behinderung und im Alter wird ein Stützpunkt zur Wohnberatung und Wohnraumanpassung eingerichtet.

Die meisten Menschen wollen auch noch im hohen Alter in ihrem gewohnten Wohnraum leben. Nachlassende Mobilität und verschiedene Gesundheitsprobleme stehen diesem Wunsch oft entgegen. Gerade ältere Menschen werden im Idealfall von der Wohnumgebung in ihrer Lebensführung unterstützt. Die Vorteile sind klar erkennbar:

  • durch eine Beseitigung von Barrieren können Unfälle vermieden werden
  • Pflegebedarf wird verringert
  • Der Verbleib in der eigenen Wohnung ermöglicht es dem Betroffenen, in ihrem sozialen Umfeld weiterzuleben.
  • oft lässt sich ein nicht erwünschter Heimeinzug vermeiden
  • Besonders Menschen mit Demenz können in ihrer gewohnten Umgebung lange relativ selbstständig wohnen.

Die Beratung durch Experten kann eine Wohnraumanpassung erforderlich machen.

Wohnraumanpassung ist ein komplizierter Prozess, der weiteres Expertenwissen erfordert.

Im Stützpunkt für Wohnraumanpassung werden folgende Informationen gesammelt:

1.) Krankheiten und Behinderungen des betroffenen Menschen
2.) Zustand der Wohnung, insbesondere Barrieren und Hindernisse
3.) Finanzierungsmöglichkeiten für die Maßnahme, unter anderem

  • § 33 SGB V (Hilfsmittel)
  • § 40 SGB XI (Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen)
  • Sozialamt/Eingliederungshilfe
  • Hilfe zur Pflege, Blindenhilfe und Altenhilfe
  • Gesetzliche Unfallversicherung
  • Gesetzliche Rentenversicherung
  • Sozialgesetzbuch IX (Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen)

4.) eine Liste lokaler Firmen, die Maßnahmen zur Wohnraum Anpassung kompetent durchführen können

Alle Erkenntnisse werden in einem Hilfeplan zusammengefasst, der auch die Finanzierung aus verschiedenen Quellen einschließt.

Letztendlich sollte die Durchführung der Maßnahme zeitnah erfolgen und vom Team, dass die Wohnraumanpassung organisiert, überwacht werden.#

Hausnotruf

Viele akute Krankheiten führen dazu, dass die Betroffenen im Notfall sich nicht bemerkbar machen können. In diesen Fällen hilft ein Notrufsystem, dass am Körper getragen wird, beispielsweise als Armband oder Halskette. Ein umfassendes Angebot dieses Dienstes für unsere Mitbewohner ist erforderlich.

Essen auf Rädern

Die Versorgung mit Lebensmitteln stellt für viele Menschen mit Hilfebedarf ein erhebliches Problem dar. Hier können mobile Versorgungssysteme („Essen auf Rädern“) eingesetzt werden.

Unterstützung bei Körperfunktionen und Körperpflege

in einem umfassenden Gesundheitsnetzwerk haben die supportive Systeme eine hohe Bedeutung.

Unterstützung der Sehfunktion

Erfahrungsgemäß befindet sich die Versorgung mit dem Hilfesystem für das Sehen bei vielen Betroffenen nicht auf dem neuesten Stand. Beeinträchtigt werden die persönliche Sicherheit (unter anderem Sturzgefahr!) und die Lebensqualität in erheblichem Maße.

Erforderlich ist deshalb eine umfassende Versorgung mit Hilfsmitteln für das Sehen, von den geeigneten Brillen hin bis zu computergestützten Lösungen. Durch geeignete Kommunikation soll sichergestellt werden, dass, wenn erforderlich, diese Versorgung auch im Hausbesuch stattfindet.

Die Unterstützung von blinden und sehbehinderten Menschen in der Ortsgestaltung wird in enger Kooperation mit dem Segment 6 gestaltet.

Unterstützung der Hörfunktion

Die zwischenmenschliche Kommunikation ist im wesentlichen Maße auch von der Hörfunktion abhängig. Bei jeder Störung drohen kommunikative Isolation und eine Verstärkung der Einsamkeit.

Die Versorgung mit Hörhilfen findet durch lokale Akustiker statt. Auch in diesem Bereich ist, wenn erforderlich eine Intervention im Hausbesuch zu organisieren.

Fußpflege

Mobilität, die in den Alltagsaktivitäten eine wesentliche Rolle spielt, ist erheblich auch von der Gehfunktion und damit von der Pflege der Füße abhängig. Gerade bei abnehmender Geschicklichkeit, die oft im Alter auftritt, und Bewegungsstörungen sollte die Fußpflege in professionelle Hände gelegt werden. In besonderem Maße betrifft das Menschen, die unter bestimmten Krankheiten leiden, wichtigstes Beispiel ist hier der Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).

Auch in diesem Bereich sollte in Versorgung in Hausbesuchen möglich sein.

Friseur und Haarpflege

Die Pflege der Haare hat in der Selbstwahrnehmung der Menschen eine hohe Bedeutung. Über die Pflege hinaus betrifft dieser Bereich auch die Teilhabe am sozialen Leben und wird damit relevant für unser Gesundheitsnetzwerk. Wenn erforderlich sind auch bei der Haarpflege Hausbesuche anzubieten.

03 T Therapie und Rehabilitation

Koordination: Stefanie Neubart

Therapeutische Angebote („Heilmittelerbringung“) stellen eine unverzichtbare Ergänzung zu der primären medizinischen Versorgung der Kompetenzen erkrankter Menschen jeden Alters dar.

Im Sozialgesetzbuch wird ausgeführt (SGB IX: Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen):

„Menschen mit Behinderungen oder von Behinderung bedrohte Menschen erhalten Therapien, um „ihre Selbstbestimmung und ihre volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu fördern, Benachteiligungen zu vermeiden oder ihnen entgegenzuwirken“.

Alle Maßnahmen wirken darauf hin, „dass der Eintritt einer Behinderung einschließlich einer chronischen Krankheit vermieden wird.“

Dies umfasst alle Aktivitäten, um unabhängig von der Ursache der Behinderung die Leistungen zur Teilhabe umfassen die notwendigen Sozialleistungen,

  • die Behinderung abzuwenden, zu beseitigen, zu mindern, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder ihre Folgen zu mildern,
  • Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, zu überwinden, zu mindern oder eine Verschlimmerung zu verhüten sowie den vorzeitigen Bezug anderer Sozialleistungen zu vermeiden oder laufende Sozialleistungen zu mindern,
  • die Teilhabe am Arbeitsleben entsprechend den Neigungen und Fähigkeiten dauerhaft zu sichern oder
  • die persönliche Entwicklung ganzheitlich zu fördern und die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft sowie eine möglichst selbständige und selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen oder zu erleichtern.“

Die therapeutischen Angebote in unserer Gemeinde sind bisher noch lückenhaft. Der Schluss dieser Lücken, um die Gebote des SGB IX umfassend anbieten zu können, wird angestrebt. Wünschenswert wären Therapiezentren, die die verschiedenen Angebote unter einem Dach zusammenfassen sowie das Angebot einer individuellen Beratung.

Eine strukturierte Kommunikation unter den verschiedenen Anbietern ist unverzichtbar für eine ganzheitliche Versorgung.

Innerhalb dieses Segmentes ergeben unter anderem sich folgende Aufgaben:

therapeutische Angebote

  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Sprachtherapie
  • Psychologie
  • weitere Therapiemöglichkeiten
  • Reittherapie

Therapiekonferenzen

Aktuelle Projekte des Segment 03 T Therapie und Rehabilitation:

Therapiekonferenzen

Besondere Bedeutung wird dem Wunsch aller Beteiligten eingeräumt, dass sich die Therapeuten unserer Gemeinde gegenseitig kennenlernen.

Der Austausch über Patienten / Klienten, die von mehreren Therapeuten behandelt werden, ist sehr wünschenswert, wird aber bislang bedauerlicherweise von den Kassen nicht honoriert.

Die teamorientierte patientenzentrierte Kommunikation und Kooperation haben im Bereich Therapie eine besondere Bedeutung. Therapiekonferenzen würden eine wertvolle Ergänzung der therapeutischen Arbeit darstellen. Durch die Kommunikation mit den Kostenträgern soll erreicht werden, dass hier eine seriöse Honorierung erfolgt.

Therapeutische Beratungsstelle

Es wird angeregt, in unserer Gemeinde eine Beratungsstelle einzurichten, in der Betroffene und deren Angehörige sich über die Möglichkeiten und Erfolgsaussichten von therapeutischen Maßnahmen informieren können. Dies sollte in den Bereichen

  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Sprachtherapie und
  • Psychologie

erfolgen.

Im Idealfall könnte diese Weiterentwicklung dazu führen, dass ein therapeutisches Behandlungszentrum entsteht.

Eine solche gemeindenaher Beratungsstelle wäre eine ideale Ergänzung therapeutische Angebote und sollte in enger Zusammenarbeit zwischen der Kommune und den Kostenträgern erfolgen. Mittelfristig könnten mit hoher Wahrscheinlichkeit durch eine zielgenauere therapeutische Versorgung die Selbstständigkeit der Betroffenen gesteigert und dadurch Kosten minimiert werden.e Versorgung die Selbstständigkeit der Betroffenen gesteigert und dadurch Kosten minimiert werden.

04 F Fitness und Prävention

Koordination: André Protze

Die Bedeutung von Bewegung bei der Vermeidung von Krankheiten kann kaum hoch genug eingeschätzt werden. In jedem Alter sollte für alle Menschen Bewegung ein integraler Bestandteil des Tagesablaufes darstellen.

Bewegungsförderung kann dieses Prinzip wirkungsvoll unterstützen, insbesondere können in der Gruppe Spaß und Motivation gefördert werden.

Zur körperlichen Fitness gehören neben der Kondition auch die Förderung von Kraft, Koordination und die Kompetenz in komplexen Bewegungsabläufen (beispielsweise beim Tanzen).

Innerhalb dieses Segmentes ergeben sich unter anderem folgende Aufgaben:

  • Aufbau von Fitness-Parcours
  • definierte Laufstrecken
  • Geräte zum Kraftaufbau
  • Geräte für die Gleichgewichtsschulung
  • Angebot von Kursen „fit bleiben“
  • Angebot von Tanzkursen

Aktuelle Projekte des Segment 04 F Fitness + Prävention:

GENO-Veranstaltungen „fit werden“

Bewegungsförderung hat für die Erhaltung der Gesundheit eine herausragende Bedeutung. Aus diesem Grund werden sportliche Aktivitäten angeboten, die zum Mitmachen animieren sollen.

Erwünscht ist ein Kontakt zu Trainings-Institutionen unserer Gemeinde, die kontinuierliche Kurse anbieten.

„Fit werden“ am 25.01.2026 um 09:30 Uhr im Kursraum Kremmen
Das Angebot „Fit werden“ findet von Januar bis November an jedem letzten Sonntag im Monat statt. Der Veranstaltungsort variieret, im Januar und Februar findet es im Kursraum in Kremmen, im März und April in der Turnhalle in Marwitz ab Mai auf dem Sportplatz in Marwitz und ab Oktober wieder in der Turnhalle in Marwitz statt.

– MobiFit, Beweglichkeitstraining

– RückenFit, Kräftigungs- und Dehnübungen für den Rücken

– Fit in den Morgen, funktionelles Ganzkörpertraining

– Stoffwechselaktivierungstraining

Waldbegegnungsstätte

In unserer Gemeinde steht prinzipiell ein wunderbarer Platz mitten in Natur zur Verfügung, der auch für Training von Beweglichkeit, Kraft und Kondition genutzt werden kann.

Diese Waldbegegnungsstätte ist zurzeit nicht nutzbar, da die vorhandenen Gerätschaften zum Teil defekt sind.

Es soll der Versuch unternommen werden, durch Kommunikation mit allen Entscheidungsträgern diesen Ort wieder der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

05 A Altenselbsthilfe

Koordination:

Die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung stellt einen der wichtigsten Effekte des demographischen Wandels dar. Alter bedeutet nicht zwangsläufig Krankheit, aber die Wahrscheinlichkeit, an chronischen Krankheiten zu leiden, nimmt mit den Lebensjahren kontinuierlich zu. Dies hat zur Folge, dass es eine deutlich ansteigende Zahl von Menschen mit Hilfebedarf geben wird, bei einer gleichzeitig abnehmenden Anzahl Menschen in jüngeren Jahren, die Hilfeleistungen übernehmen könnten. Das Ausmaß der notwendigen Unterstützung lässt sich schwer quantifizieren, da es nur im individuellen Kontext der hilfebedürftigen Person interpretiert werden kann.

Eine lange Zeit unterschätzte Ressource bildet die Altenselbsthilfe.

Der Effekt, dass in unserer Gesellschaft es einen immer höheren Anteil älterer Menschen gibt, führt also nicht nur zu Problemen, sondern kann einen wesentlichen Beitrag zur Lösung leisten.

Viele ältere Menschen verfügen über freie Zeit, sind körperlich rüstig und gerne bereit, anderen Menschen zu helfen. Als schwierige Hürde erweist sich allerdings die Organisation der möglichen Aktivitäten. Eine ganze Reihe von Fragen ist bislang ungeklärt:

  • Wie können Menschen für die Altenselbsthilfe motiviert werden?
  • Woher kommt die Information über hilfebedürftige Menschen?
  • Wie kann die Altenselbsthilfe koordiniert werden?
  • Wie gelingt die Abgrenzung von professionellen Helfern?
  • Altenselbsthilfe bedeutet immer Ehrenamt. Aber wie können die Auslagen erstattet werden?

Wir sollten die Möglichkeit, älter zu werden als die letzte Generation und dies nicht selten bei guter Gesundheit, als Chance begreifen. Die Begleitumstände müssen organisiert werden, und dazu kann die Altenselbsthilfe sicher einen wesentlichen Beitrag leisten.

Aktuelle Projekte des Segment 05 A Altenselbsthilfe:

Aufbau einer Gruppe von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen

Einsamkeit stellt eine große Belastung für Lebensqualität dar. Dies gilt für alle Altersgruppen, besonders aber für älteren Menschen.

Wir streben an, ein Stab von ehrenamtlichen Besucherinnen (das sind meistens aber nicht ausschließlich Frauen) aufzubauen, die durch Besuche die Einsamkeit bei Mitbewohnern überwinden können.

Wir alle sollten im Rahmen unserer nachbarschaftlichen Verantwortung Sensibilität für einsame Menschen unserer Umgebung entwickeln. Wer Einsamkeit in seiner Umgebung oder Nachbarschaft erkennt, sollte das Team des ehrenamtlichen Besuchsdienstes informieren.

Die Betroffenen können dann, wenn Sie es wünschen, von unserem ehrenamtlichen Besuchsdienst profitieren.

Unsere Kollegen vom Sozialwerk Berlin haben dankenswerterweise angeboten, Schulungen für diese wichtige Aufgabe durchzuführen.

Öffnung von Begegnungsstätten

Es ist geplant, möglichst an jedem Tag der Woche in einem Ortsteil ein Begegnungszentrum stundenweise als sozialer Treffpunkt zu öffnen.

Bei Kaffee und Kuchen, die für einen geringen Betrag vorgehalten werden, können sich Menschen begegnen und miteinander ins Gespräch kommen.

Strukturierte Aktivitäten

Im Bereich strukturierte Aktivitäten, die zum Teil schon jetzt existieren, ist der Kreativität keine Grenze gesetzt. Das jetzige Angebot umfasst beispielsweise in einzelnen Ortsteilen

  • Damenrunde
  • Herrenrunde
  • Spiele- Runde
  • Englisch-Gesprächsgruppe
  • Computer für Senioren
  • Exkursionen

06 O Ortsgestaltung und Mobilität

Koordination:

Ein wesentlicher Aspekt von Gesundheit ist die Teilhabe am öffentlichen Leben.

Unsere Gesellschaft altert stetig. Mit der Zunahme des Anteils älterer Menschen kommt es zu einem Anstieg chronischer Erkrankungen, einem vermehrten Verlust von Autonomie und damit von Lebensqualität.

Die selbständige Lebensführung und die Unabhängigkeit von fremder Hilfe werden als hohes Gut empfunden, und zwar in jedem Lebensalter. Dadurch erhält die Gestaltung des Lebensraumes im Umfeld der Wohnung eine überragende Bedeutung.

Stadtplanerische Maßnahmen unterstützen in diesem Zusammenhang die Eigenständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe gesundheitsbeeinträchtigter und hilfsbedürftiger Menschen.

Aktuelle Projekte des Segment 06 O Ortsgestaltung + Mobilität:

Folgende Maßnahmen sind geplant:

  • Erkundung schon vorhandener Strukturelemente
  • Aufstellung von Bänken
  • Aufstellung von Trinkbrunnen
  • Organisation von Möglichkeiten zur Toilettenbenutzung.
  • Optimierung der nächtlichen Beleuchtung
  • Überprüfung und gegebenenfalls Verbesserung der Lichtzeichen-Grünphasen für Fußgänger
  • Erkundung und gegebenenfalls Verbesserung von Unebenheiten auf Gehwegen und Straßenüberführungen
  • Erstellung einer Karte unserer Gemeinde, in der diese Strukturelemente verzeichnet sind.

Einige dieser Maßnahmen können kurzfristig, andere nur in einem längerfristigen Stufenplan umgesetzt werden. Um die positiven Effekte für die Gesundheit und Mobilität der Bevölkerung in einem überschaubaren Zeitrahmen realisieren zu können, wird angestrebt, bestimmte Schritte durch Sponsoring, auch über unseren Förderverein, umzusetzen.

07 I Information und Fortbildung

Koordination: Dr. Rainer Neubart

Ein wichtiger Aspekt der Gesundheitsversorgung betrifft die Information aller Mitbewohner in aktuellen Gesundheitsfragen.

Durch Anregung aus allen Segmenten gibt es inzwischen eine lange Liste an Themen, die allgemeinverständlich, aber auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse von kompetenten Referenten vorgetragen werden.

In diesem Rahmen wird ca. einmal im Monat einen Vortrag stattfinden, der im weitesten Sinne sich mit Gesundheitsfragen beschäftigt.

Folgende Themen sind geplant:

-Was ist das Gesundheitsnetzwerk Oberkrämer (GENO)?
-Sprache, Kommunikation und Lebensqualität
-Gesundheit braucht Bewegung
-Vorsorge für schlechte Tage. Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.
-Medizinische Versorgung am Lebensende
-Diabetes in jedem Alter
-Demenz – unausweichlich im Alter oder vermeidbar?
-Ernährung und Gesundheit
-Arthrose – Bewegung? Krankengymnastik? Operation?
-Herz-Gesundheit für alle
-Prävention im Alter – ist das sinnvoll?
-Schlaf und Gesundheit

08 J Gesundheit der jungen Generation

Koordination: Anikke Knackstedt

Das Segment bündelt Akteure aus Medizin, Kommune, Bildung, Vereinen, Ehrenamt und Migrantenorganisationen, um allen Kindern, Jugendlichen und Familien den Weg zu einem gesunden, selbstbestimmten Leben zu erleichtern. Im Mittelpunkt stehen niedrigschwellige und insb. ehrenamtliche Angebote, Elternarbeit und die aktive Einbindung der Zielgruppen.

Dabei sollen Räume für Austausch, Selbsthilfe und Vernetzung entstehen. 

In Bezug auf Beratung und Hilfsangebote wurden insbesondere folgende Themen identifiziert.

  • Unterstützung für Eltern mit Kleinkindern
  • Sprachförderung
  • Ernährung
  • Impfung
  • Prävention
  • Bewegung
  • Umgang mit digitalen Medien
  • Sucht- und Gewaltprävention
  • Sexualaufklärung

Aktuelle Projekte des Segment 08 J: Gesundheit der jungen Generation:

Einrichtung eines Familientreffpunktes

Der Familientreffpunkt versteht sich als offene und niedrigschwellige Anlaufstelle für Familien in der Gemeinde Oberkrämer. Er wird ehrenamtlich getragen und soll Familien stärken, Orientierung geben und ein Ort der Begegnung sein. Er soll als verbindendes Element zwischen den Generationen fungieren und auf vorhandene Strukturen aufbauen.

Ziele:

1. Information: Bündelung und Weitergabe von bestehenden Angeboten (Vereine, Kitas, Schulen, Beratungsstellen, Gemeindestrukturen).

2. Vernetzung: Aufbau einer Plattform, die Akteurinnen und Akteure miteinander ins Gespräch bringt und Kooperationen fördert.

3. Bedarfsgerechte Angebote: Entwicklung neuer Formate, die sich an den Bedürfnissen von Familien vor Ort orientieren (z. B. Elterntreffs, Austauschcafés, Themenabende).

4. Kommunikationsschnittstelle: Vermittlung zwischen Familien und bestehenden Strukturen (z. B. Jugendamt, Familienberatung, Freizeit-, Sportvereine) sowie Rückmeldung von Bedarfen an die Gemeinde und Träger.

09 P Politik und System-Unterstützung

Koordination: Bernd Ostwald

Innerhalb dieses Segmentes ergeben sich unter anderem folgende Aufgaben:

-Aufbau eines Unterstützerkreises für das Gesundheitsnetzwerk
-Akquisition von Projektgeldern
-Begleitung der Öffentlichkeitsarbeit

Förderverein Gesundheits-Netzwerk Oberkrämer

Eine Reihe von Projekten erfordern den Einsatz von Finanzmitteln.

Um hier eine Unterstützung leisten zu können, wurde der Förderverein Gesundheit-Netzwerk Oberkrämer gegründet, der als gemeinnütziger eingetragener Verein Zuwendungen und Spenden erhalten und verwalten kann.

Ebenfalls ist geplant Fördermöglichkeiten des Landes, der Bundesrepublik Deutschland und der europäischen Vereinigung zu erkunden und gegebenenfalls einzuwerben.

Dr. Rainer Neubart
Netzwerk-Koordinator