Koordination: Bernd Ostwald

02 U Unterstützung und Pflege
Koordination: Bernd Ostwald
Ein wichtiger Aspekt in der Gesundheitsversorgung ist die Organisation von Hilfe für Menschen mit Unterstützungsbedarf.
Der erste Schritt in diesem Zusammenhang ist eine niedrigschwellige Information über die Möglichkeiten, die für eine Unterstützung schon etabliert sind. Dies bezieht sich sowohl auf Hilfe aus der Umgebung (Nachbarschaftshilfe, Altenselbsthilfe) als auch auf professionelle Dienste. Bei erkennbaren Lücken im System sollten kreative Erweiterungen erfolgen.
Erstrebenswert für einen ersten Kontakt wäre eine zentrale Anlaufstelle, die unabhängig von Institutionen allen Bewohnern zur Verfügung steht und unkompliziert erreichbar ist. Kommunikationsmöglichkeiten: Telefon, E-Mail, Sprechstunde.
Erwartet wird eine kollegiale Zusammenarbeit aller professionellen Dienste.
Innerhalb dieses Segmentes ergeben sich unter anderem folgende Aufgaben:
- Informationsstellen für Unterstützung und Pflege
- ambulante Pflege
- stationäre Pflege
- Wohnformen mit Unterstützung (beispielsweise Betreutes Wohnen)
- Tagespflege
Aktuelle Projekte des Segment 02 U Unterstützung + Pflege:
Gesundheits-Informations-Telefon in Oberkrämer (GITO)
Mitbewohner mit Fragen zur Gesundheitsversorgung benötigen eine zentrale Informationsmöglichkeit.
Das Gesundheit-Information-Telefon in Oberkrämer (GITO) ist rund um die Uhr erreichbar, gegebenenfalls per Anrufbeantworter. Beantwortet sollen möglichst alle Fragen im Gesundheitsnetzwerk, in der Regel durch telefonischen Rückruf. Wichtig ist die Feststellung, dass die Zuständigkeit beim akuten Gesundheitsproblemen beim Rettungsdienst liegt und GITO hier nicht kontaktiert wird.
Beratungsangebote, Betreuungsangebot und Hilfsangebote:
In der Organisation von Hilfs- und Pflegeleistungen in unserem Gesundheitssystem spielt die Beratung eine wichtige Rolle.
Die in unserem Netzwerk vorhandenen Beratungs- und Hilfsangebote zeigen sich für Außenstehende unübersichtlich. Beratung und Informationen über mögliche Hilfen werden von verschiedenen Institutionen angeboten.
Dies sind unter anderem
- die Pflegestützpunkte nach § 7c SGB XI in Hennigsdorf und Oranienburg
- der märkische Sozialverein.
Im Rahmen des Netzwerkes ist zwischen diesen Akteuren eine optimierte Kommunikation erforderlich, um individuelle Beratungsangebote zuzuweisen und alle Hilfsmaßnahmen bei den betroffenen Mitbürgern zu koordinieren.
Ansprechpartner und Firmen für die Beratung, Betreuung und Hilfestellung den Bereich Pflege, Behinderung und Wohnraumanpassung können über das GITO (Gesundheitstelefon Netzwerk Oberkrämer) erfragt werden.
Wohnberatung und Wohnraumanpassung
Für alle Fragen mit dem Thema Wohnen mit Behinderung und im Alter wird ein Stützpunkt zur Wohnberatung und Wohnraumanpassung eingerichtet.
Die meisten Menschen wollen auch noch im hohen Alter in ihrem gewohnten Wohnraum leben. Nachlassende Mobilität und verschiedene Gesundheitsprobleme stehen diesem Wunsch oft entgegen. Gerade ältere Menschen werden im Idealfall von der Wohnumgebung in ihrer Lebensführung unterstützt. Die Vorteile sind klar erkennbar:
- durch eine Beseitigung von Barrieren können Unfälle vermieden werden
- Pflegebedarf wird verringert
- Der Verbleib in der eigenen Wohnung ermöglicht es dem Betroffenen, in ihrem sozialen Umfeld weiterzuleben.
- oft lässt sich ein nicht erwünschter Heimeinzug vermeiden
- Besonders Menschen mit Demenz können in ihrer gewohnten Umgebung lange relativ selbstständig wohnen.
Die Beratung durch Experten kann eine Wohnraumanpassung erforderlich machen.
Wohnraumanpassung ist ein komplizierter Prozess, der weiteres Expertenwissen erfordert.
Im Stützpunkt für Wohnraumanpassung werden folgende Informationen gesammelt:
1.) Krankheiten und Behinderungen des betroffenen Menschen
2.) Zustand der Wohnung, insbesondere Barrieren und Hindernisse
3.) Finanzierungsmöglichkeiten für die Maßnahme, unter anderem
- § 33 SGB V (Hilfsmittel)
- § 40 SGB XI (Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen)
- Sozialamt/Eingliederungshilfe
- Hilfe zur Pflege, Blindenhilfe und Altenhilfe
- Gesetzliche Unfallversicherung
- Gesetzliche Rentenversicherung
- Sozialgesetzbuch IX (Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen)
4.) eine Liste lokaler Firmen, die Maßnahmen zur Wohnraum Anpassung kompetent durchführen können
Alle Erkenntnisse werden in einem Hilfeplan zusammengefasst, der auch die Finanzierung aus verschiedenen Quellen einschließt.
Letztendlich sollte die Durchführung der Maßnahme zeitnah erfolgen und vom Team, dass die Wohnraumanpassung organisiert, überwacht werden.#
Hausnotruf
Viele akute Krankheiten führen dazu, dass die Betroffenen im Notfall sich nicht bemerkbar machen können. In diesen Fällen hilft ein Notrufsystem, dass am Körper getragen wird, beispielsweise als Armband oder Halskette. Ein umfassendes Angebot dieses Dienstes für unsere Mitbewohner ist erforderlich.
Essen auf Rädern
Die Versorgung mit Lebensmitteln stellt für viele Menschen mit Hilfebedarf ein erhebliches Problem dar. Hier können mobile Versorgungssysteme („Essen auf Rädern“) eingesetzt werden.
Unterstützung bei Körperfunktionen und Körperpflege
in einem umfassenden Gesundheitsnetzwerk haben die supportive Systeme eine hohe Bedeutung.
Unterstützung der Sehfunktion
Erfahrungsgemäß befindet sich die Versorgung mit dem Hilfesystem für das Sehen bei vielen Betroffenen nicht auf dem neuesten Stand. Beeinträchtigt werden die persönliche Sicherheit (unter anderem Sturzgefahr!) und die Lebensqualität in erheblichem Maße.
Erforderlich ist deshalb eine umfassende Versorgung mit Hilfsmitteln für das Sehen, von den geeigneten Brillen hin bis zu computergestützten Lösungen. Durch geeignete Kommunikation soll sichergestellt werden, dass, wenn erforderlich, diese Versorgung auch im Hausbesuch stattfindet.
Die Unterstützung von blinden und sehbehinderten Menschen in der Ortsgestaltung wird in enger Kooperation mit dem Segment 6 gestaltet.
Unterstützung der Hörfunktion
Die zwischenmenschliche Kommunikation ist im wesentlichen Maße auch von der Hörfunktion abhängig. Bei jeder Störung drohen kommunikative Isolation und eine Verstärkung der Einsamkeit.
Die Versorgung mit Hörhilfen findet durch lokale Akustiker statt. Auch in diesem Bereich ist, wenn erforderlich eine Intervention im Hausbesuch zu organisieren.
Fußpflege
Mobilität, die in den Alltagsaktivitäten eine wesentliche Rolle spielt, ist erheblich auch von der Gehfunktion und damit von der Pflege der Füße abhängig. Gerade bei abnehmender Geschicklichkeit, die oft im Alter auftritt, und Bewegungsstörungen sollte die Fußpflege in professionelle Hände gelegt werden. In besonderem Maße betrifft das Menschen, die unter bestimmten Krankheiten leiden, wichtigstes Beispiel ist hier der Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).
Auch in diesem Bereich sollte in Versorgung in Hausbesuchen möglich sein.
Friseur und Haarpflege
Die Pflege der Haare hat in der Selbstwahrnehmung der Menschen eine hohe Bedeutung. Über die Pflege hinaus betrifft dieser Bereich auch die Teilhabe am sozialen Leben und wird damit relevant für unser Gesundheitsnetzwerk. Wenn erforderlich sind auch bei der Haarpflege Hausbesuche anzubieten.
